Genug trinken, gut essen: Ernährung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit
30. Juli 2026
Ausreichend zu trinken und ausgewogen zu essen, ist in jedem Alter wichtig. Bei älteren und pflegebedürftigen Menschen gerät das aber oft aus dem Blick. Das Durstgefühl lässt nach, der Appetit wird kleiner, und manche trinken bewusst weniger, um nachts nicht so oft auf die Toilette zu müssen. Die Folgen können ernst sein.
Wie viel sollten ältere Menschen trinken?
Als Richtwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung älteren Erwachsenen etwa 1,3 bis 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag über Getränke. An heißen Tagen, bei Fieber oder Durchfall ist der Bedarf höher. Bei bestimmten Erkrankungen, etwa einer Herzschwäche, kann der Arzt eine Trinkmengenbegrenzung festlegen – halten Sie sich in diesem Fall an die ärztliche Vorgabe.
Warnzeichen für Flüssigkeitsmangel
- plötzliche Verwirrtheit oder Benommenheit
- trockene Lippen und Mundschleimhaut
- dunkler, konzentrierter Urin oder seltener Harndrang
- Schwindel, Kreislaufprobleme, erhöhte Sturzgefahr
- Verstopfung
Gerade die Verwirrtheit wird oft mit einer beginnenden Demenz verwechselt. Bessert sie sich nach ausreichendem Trinken, war vermutlich Flüssigkeitsmangel die Ursache. Bei deutlichen Symptomen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Praktische Tipps für den Alltag
- Getränke immer sichtbar und in Reichweite stellen
- Feste Trinkzeiten einführen – zum Beispiel ein Glas zu jeder Mahlzeit und zu jeder Tablette
- Abwechslung anbieten: Tee, verdünnte Saftschorlen, Brühe oder Milch
- Wasserreiche Lebensmittel nutzen: Gurke, Melone, Suppen, Joghurt
- Einen Trinkplan oder eine Strichliste führen, um die Menge im Blick zu behalten
- Bei Schluckproblemen spezielle Trinkbecher oder Andickungsmittel verwenden
Tipp: Viele ältere Menschen trinken lieber in Gesellschaft. Setzen Sie sich bei einem Besuch dazu und trinken Sie gemeinsam eine Tasse Tee.
Auch die Ernährung im Blick behalten
Ungewollter Gewichtsverlust ist bei älteren Menschen ein Warnsignal. Mangelernährung schwächt die Muskeln, erhöht das Sturzrisiko und verzögert die Wundheilung. Kleine, häufige Mahlzeiten, Lieblingsgerichte und ein gemütliches Ambiente fördern den Appetit. Achten Sie besonders auf ausreichend Eiweiß, etwa aus Milchprodukten, Eiern oder Hülsenfrüchten.
Unsere Pflegekräfte achten bei jedem Besuch auf Trinkmenge und Ernährungszustand und unterstützen bei Bedarf auch beim Zubereiten der Mahlzeiten. Sprechen Sie uns an: 03471 / 642713.