Pflegeleistungen

Mundpflege bei Pflegebedürftigen: Warum gesunde Zähne so wichtig sind

02. Juni 2026

Mundpflege wird im Pflegealltag oft unterschätzt. Dabei hängen Zahngesundheit, Ernährung und sogar das Risiko für Lungenentzündungen eng zusammen. Pflegebedürftige haben außerdem Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Leistungen.

Zähneputzen gehört für die meisten Menschen selbstverständlich zum Tag. Wer aber auf Hilfe angewiesen ist, für den wird die Mundpflege schnell zur Nebensache – sei es, weil die Kraft in den Händen fehlt, weil eine Demenz das Ritual vergessen lässt oder weil Angehörige unsicher sind, wie sie helfen sollen. Die Folgen werden oft unterschätzt.

Warum Mundgesundheit im Alter so wichtig ist

  • Ernährung: Schmerzende Zähne oder eine drückende Prothese führen dazu, dass weniger gegessen wird – Mangelernährung droht.
  • Lungenentzündung: Bakterien aus dem Mund können beim Verschlucken in die Lunge gelangen. Gute Mundhygiene senkt dieses Risiko.
  • Lebensqualität: Ein gepflegter Mund bedeutet Wohlbefinden, Geschmack und unbeschwertes Sprechen und Lachen.

Tipps für die Mundpflege zu Hause

  • Zweimal täglich Zähne putzen, möglichst mit fluoridhaltiger Zahnpasta
  • Elektrische Zahnbürsten oder Bürsten mit dickem Griff erleichtern die Selbstständigkeit
  • Zahnprothesen nach jeder Mahlzeit herausnehmen und unter fließendem Wasser reinigen
  • Prothesen nachts – sofern ärztlich nichts anderes empfohlen – trocken oder in einem Reinigungsbad lagern
  • Mundschleimhaut auf Druckstellen, Rötungen oder weiße Beläge kontrollieren
  • Bei trockenem Mund ausreichend trinken lassen und Lippen eincremen

Tipp: Wenn Sie beim Zähneputzen helfen, stellen Sie sich hinter oder seitlich neben die Person – so ist die Bewegung natürlicher, und Sie sehen gut in den Mund.

Zusätzliche Zahnarztleistungen für Pflegebedürftige

Menschen mit Pflegegrad haben nach § 22a SGB V Anspruch auf zusätzliche zahnärztliche Vorsorgeleistungen. Dazu gehören einmal pro Kalenderhalbjahr die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, ein individueller Mundgesundheitsplan, eine Aufklärung über die richtige Mund- und Prothesenpflege – auch für Pflegepersonen – sowie die Entfernung harter Zahnbeläge.

Ist der Weg in die Praxis zu beschwerlich, sind zahnärztliche Hausbesuche möglich. Fragen Sie bei Ihrer Zahnarztpraxis nach.

Wie wir unterstützen

Mundpflege ist Teil der Körperpflege und damit Bestandteil der Grundpflege. Unsere Pflegekräfte achten bei jedem Einsatz darauf, dass Zähne und Prothese gepflegt sind, und informieren Sie, wenn uns Veränderungen auffallen.

Haben Sie Fragen zur Grundpflege? Wir beraten Sie gern persönlich: 03471 / 642713.

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