Medikamente sicher einnehmen: Den Überblick behalten bei vielen Tabletten
17. Februar 2026
Morgens die Blutdrucktablette, mittags etwas für den Magen, abends das Mittel gegen Schmerzen – und dazu noch Tropfen und ein Spray. Wer mehrere Erkrankungen hat, nimmt schnell viele Medikamente gleichzeitig ein. Fachleute sprechen ab fünf Wirkstoffen von Polymedikation. Je mehr Präparate zusammenkommen, desto größer ist das Risiko für Fehler und unerwünschte Wechselwirkungen.
Der Medikationsplan: Ihr wichtigstes Dokument
Wer dauerhaft mindestens drei verordnete Medikamente einnimmt, hat Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Er listet alle Arzneimittel mit Wirkstoff, Dosierung, Einnahmezeit und Grund der Einnahme auf. Der Plan wird in der Regel vom Hausarzt erstellt und sollte bei jeder Änderung aktualisiert werden.
Tipp: Nehmen Sie den Medikationsplan zu jedem Arztbesuch, in die Apotheke und ins Krankenhaus mit. Tragen Sie auch frei verkäufliche Mittel wie Schmerztabletten oder pflanzliche Präparate ein.
Kostenlose Medikationsberatung in der Apotheke
Gesetzlich Versicherte, die dauerhaft fünf oder mehr Arzneimittel einnehmen, können in der Apotheke eine erweiterte Medikationsberatung in Anspruch nehmen. Dabei werden alle Medikamente auf Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und Anwendungsprobleme geprüft. Die Leistung ist für Versicherte kostenlos.
Praktische Tipps für den Alltag
- Einen Wochendosierer mit Fächern für morgens, mittags, abends und nachts verwenden
- Medikamente immer zur gleichen Zeit einnehmen – am besten verbunden mit festen Ritualen wie den Mahlzeiten
- Tabletten nur teilen oder mörsern, wenn Arzt oder Apotheke das ausdrücklich erlauben
- Medikamente kühl, trocken und für Menschen mit Demenz unzugänglich lagern
- Abgelaufene Medikamente regelmäßig aussortieren
Wann der Pflegedienst übernimmt
Wenn die sichere Einnahme nicht mehr gewährleistet ist – etwa durch Vergesslichkeit, eingeschränktes Sehvermögen oder motorische Probleme –, kann der Arzt das Richten und Verabreichen der Medikamente als häusliche Krankenpflege verordnen. Die Kosten trägt dann die Krankenkasse. Unsere Pflegefachkräfte stellen die Medikamente nach Plan, achten auf die richtige Einnahme und melden Nebenwirkungen an den Hausarzt.
Sie sind unsicher, ob die Medikamente richtig eingenommen werden? Sprechen Sie uns an: 03471 / 642713.