Kommunikation bei Demenz: Verstehen, was nicht mehr gesagt werden kann
24. März 2026
Mit fortschreitender Demenz verändert sich die Art, wie ein Mensch die Welt wahrnimmt. Erinnerungen verblassen, Zusammenhänge gehen verloren, Worte fehlen. Was bleibt, sind Gefühle – und oft eine feine Wahrnehmung dafür, wie man ihm begegnet. Genau hier liegt der Schlüssel für eine gelingende Kommunikation.
Grundregeln für das Gespräch
- Sprechen Sie in kurzen, einfachen Sätzen und stellen Sie nur eine Frage auf einmal.
- Suchen Sie Blickkontakt und sprechen Sie die Person mit Namen an.
- Geben Sie Zeit für die Antwort – Drängen erzeugt Stress.
- Ja-Nein-Fragen oder Auswahlfragen („Möchtest du Tee oder Kaffee?“) sind leichter als offene Fragen.
- Unterstützen Sie Worte durch Gesten, Mimik und Zeigen.
Nicht korrigieren, sondern begleiten
Ein Mensch mit Demenz lebt häufig in seiner eigenen Wirklichkeit. Wenn die Mutter sagt, sie müsse jetzt ihre Kinder von der Schule abholen, hilft es wenig, ihr zu erklären, dass die Kinder längst erwachsen sind. Das führt meist zu Verunsicherung oder Streit. Besser ist es, auf das Gefühl hinter der Aussage einzugehen: „Du hast dich immer gut um uns gekümmert. Erzähl mal, wie war das damals?“
Tipp: Fragen Sie sich in schwierigen Momenten: Welches Bedürfnis steckt hinter dem Verhalten? Oft sind es Angst, Langeweile, Schmerzen, Hunger oder der Wunsch nach Sicherheit.
Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Wiederholte Fragen: Geduldig antworten, als wäre es das erste Mal – oder die Antwort aufschreiben und sichtbar hinlegen.
- Misstrauen und Beschuldigungen: Nicht persönlich nehmen, nicht diskutieren, gemeinsam „suchen“ und ablenken.
- Unruhe am Nachmittag oder Abend: Feste Tagesstruktur, ausreichend Licht, Bewegung am Tag und eine ruhige Abendroutine helfen.
- Ablehnung bei der Körperpflege: Später erneut versuchen, Schritt für Schritt erklären, Wahlmöglichkeiten lassen.
Auf sich selbst achten
Die Begleitung eines Menschen mit Demenz ist emotional sehr belastend. Es ist normal, manchmal ungeduldig oder traurig zu sein. Nutzen Sie Entlastungsangebote wie Tagespflege, Betreuungsleistungen oder einen Pflegekurs zum Thema Demenz – und tauschen Sie sich mit anderen Angehörigen aus.
Unsere Pflegekräfte sind im Umgang mit Demenz geschult. Mehr dazu auf der Seite Pflege bei Demenz oder telefonisch: 03471 / 642713.