Dekubitus vorbeugen: So schützen Sie die Haut bettlägeriger Angehöriger
06. Juli 2026
Wer viel liegt oder sitzt, ist gefährdet: Durch anhaltenden Druck wird die Haut an bestimmten Stellen nicht mehr ausreichend durchblutet. Schon nach wenigen Stunden kann ein Druckgeschwür entstehen – ein sogenannter Dekubitus. Er ist schmerzhaft, heilt oft nur langsam und kann sich entzünden. Umso wichtiger ist es, vorzubeugen.
Wo entsteht ein Dekubitus am häufigsten?
Besonders gefährdet sind Körperstellen, an denen die Knochen dicht unter der Haut liegen:
- Steißbein und Kreuzbein
- Fersen und Knöchel
- Hüften
- Ellenbogen und Schulterblätter
- Hinterkopf
Frühe Anzeichen erkennen: Der Fingertest
Eine anhaltende Rötung der Haut ist das erste Warnzeichen. Drücken Sie mit dem Finger kurz auf die gerötete Stelle. Wird die Haut dabei kurz weiß und rötet sich danach wieder, ist die Durchblutung noch intakt. Bleibt die Stelle rot, liegt bereits eine beginnende Schädigung vor – dann sollte die Stelle sofort entlastet und eine Pflegefachkraft oder der Hausarzt informiert werden.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung
- Regelmäßig umlagern: Die Liegeposition sollte in individuell festgelegten Abständen gewechselt werden, oft etwa alle zwei Stunden.
- Bewegung fördern: Jede eigene Bewegung, auch kleine Positionswechsel, entlastet die Haut.
- Haut pflegen: trocken und sauber halten, aber nicht übermäßig waschen; feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte verwenden.
- Reibung vermeiden: beim Umlagern anheben statt ziehen, Falten im Bettlaken glätten.
- Gut ernähren: ausreichend Eiweiß und Flüssigkeit unterstützen die Widerstandskraft der Haut.
Tipp: Spezielle Weichlagerungs- oder Wechseldruckmatratzen verteilen den Druck gleichmäßiger. Sie können bei entsprechendem Risiko als Hilfsmittel verordnet werden – sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an.
Was tun, wenn bereits eine Wunde entstanden ist?
Ein bestehender Dekubitus gehört in professionelle Hände. Die Wundversorgung ist eine Leistung der Behandlungspflege und kann vom Arzt verordnet werden. Die Kosten übernimmt dann die Krankenkasse. Unsere examinierten Pflegefachkräfte übernehmen die fachgerechte Wundversorgung und dokumentieren den Heilungsverlauf sorgfältig.
Sie pflegen einen bettlägerigen Angehörigen und sind unsicher? Wir zeigen Ihnen gern die richtige Lagerung und unterstützen bei der Versorgung: 03471 / 642713.